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  Datum:.......................110703.M41
Titel:........Chapter 8 Vet.Sarge Damne
Ref:.......................451_story_12
Klasse:.........................Chronik
Sicherheitsstufe:..................none

Chapter8

+++
Chronik des
Veteranensergeants Damne
der Sons of Avengers
gegründet von Aragon dem Weisen,
Space Marine des Adeptus Astartes
unter dem Oberbefehl des heiligen Imperators
und des hohen Senats zu Terra
+++

Matt flackerte die Fackel, welche die einzige Lichtquelle in der Gebetsnische der kleineren Kapelle bildete. Gebannt starrte Madrok auf das unruhige Licht. Wie dieser helle Punkt in der Dunkelheit musste der Imperator für die Menscheheit sein - auf allen Seiten von Finsternis bedrängt. Kein Wunder benötigte der Gottkaiser den Beistand seiner Space Marine Legionen. Ohne sie wäre das Imperium längst zerfallen, die Menscheit vernichtet oder völlig degeneriert und zerstreut. Der Aspirant hing, auf den kalten Steinfließen der alten Kapelle sitzend, noch einige Stunden seinen Gedanken nach. Morgen würde ein bedeutender Tag anbrechen.

Der schlurfende Schritt eines Servitors weckte Madrok aus seinen Tagträumen. »Es ist an der Zeit.« Die ausdruckslose Stimme des Servitors holte Madrok vollends in die Realität zurück und rasch rappelte er sich auf. Der Servitor führte ihn durch enge fackelbeleuchtete Gänge tief in die Eingeweide des Space Hulk. Dieser Teil des Hulk war ihm noch völlig fremd und wer weiß was für düstere Geheimnisse in den abzweigenden Gängen auf ihre Enthüllung warteten.

Von irgendwo her war plötzlich leiser Gesang zu vernehmen. Durch das von den Gängen wiedergegebene Echo konnte Madrok die Quelle jedoch nicht sicher ausmachen. Die Wände trugen inzwischen Fresken welche verschiedene Schlachtszenen der Sons of Avengers darstellten. Unter den Bildern fanden sich auch immer wieder Gravuren von Ultramarines. Doch nicht nur Schlachten wurden gezeigt - auch die ein oder andere bedeutende Zeremonie hatte sich in die bildliche Geschichtserzählung verirrt.

Eines der Fresken zeigte eine größere Gruppe Space Marines welche geschlossen vor einem waren Riesen von Marine und dessen Gefolge kniete. Der Riese hielt ein verziertes Schwert in den Händen während einer der Marines mit geneigtem Haupt vor ihm kniete. Als Madrok näher trat erkannte er dass der Riese und sein Gefolge das verkehrte Omega der Ultras trugen während die knieende Gruppe keinerlei Abzeichen besaß. Die Luft um das Bild schien leicht zu flirren und Madrok erkannte dass es sich hier um die Freisprechung der Avengers vor Roboute Guillaume selbst handeln müsse. Ehrfürchtig verharrte Madrok vor dem Bild und gedachte des Ereignisses welches er aus den Aufzeichnungen der Schiffsbibliotheken kannte. Der Servitor schien keinen Einspruch gegen diese Pause zu erheben und wartete geduldig.

Nach einer weiteren Strecke bog der Servitor in einen Seitengang ab und führte Madrok zu einer schrankgroßen Flügeltüre. Vor der Türe erwarteten ihn einer der Apothecari und einer der Techpriester in formellen Gewändern sowie zwei weitere Servitoren. »Madrok, Space Marine Scout der Sons of Avengers, Schüler des Damne, Veteranensergeant der Sons of Avengers, Space Marine des Adeptus Astartes, du wurdest für würdig befunden.« Der Apothecari öffnete zeitgleich mit der rituellen Begrüßung die Flügeltüren. »Empfange den Schild des Imperators und erfülle deine Pflicht als neues Mitglied des Adeptus Astartes!« Im Schein der Fackeln wurde ein frisch polierter MK VII Cyborg Kampfanzug - das Markenzeichen eines Space Marines, die Servorüstung - sichtbar. Auf dem Sockel prangte der Name ihrer vorherigen Besitzer mit einer Auflistung der geschlagenen Schlachten und erlebten Heldentaten sowie ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Todesarten. »Möge dir diese gesegnete Rüstung gute Dienste leisten und der Geist ihrer vorherigen Besitzer dich in der Schlacht anleiten.« Der Techmarine legte seine Hand auf Madroks Schultern. »Willkommen in der Elite, Bruder.«

Die Servitoren erledigten die letzten Handgriffe und der Techpriester gab Madrok letzte Hinweise zur Handhabung seiner Rüstung. Jeder Marine besaß seine persönliche, meist vom Vorgänger übernommene, Servorüstung und war stets für den Zustand und Erhalt verantwortlich. In der Regel verlor ein Marine seine Rüstung nur durch seinen eigenen Tod. Kann der Kampfanzug nicht mehr geborgen und repariert werden zählt der Verlust doppelt schwer für den Orden. Madrok kannte den Ablauf der Zeremonie, er war von Damne bis in jede Einzelheit darauf vorbereitet worden. Der förmliche Teil hatte in den Jahrhunderten viel von seiner Bedeutung verloren doch eine völlige Aufgabe der Tradition war unvorstellbar. Seine größte Sorge galt einem anderen Umstand. »Der Duke wird dich nun empfangen, Bruder. Lass dich nicht verrückt machen - der Großteil aller Aspiranten überlebt die Prüfung.« Der Apothecari verzog keine Miene als er Madrok in einen weiteren Gang schob und ihm deutete diesem zu folgen. Den Helm unter den Arm geklemmt marschierte Madrok den Gang hinunter.

Am Ende des Ganges erwartete Madrok eine weitere Flügeltüre welche sich bei seiner Annäherung von selbst geräuschlos öffnete. Durch die Türe fiel helles Licht in dem sich die Konturen eines Space Marines in voller Rüstung und einem samtigen Umhang abzeichneten. Nun folgte die letzte aller Proben über die man Madrok vorher nichts verraten durfte. Er wusste nicht was ihn erwartete doch jeder Marine schien sich nach dem Besuch in dieser Kammer innerlich verändert zu haben - sofern er überlebte.

»Die Prüfungskammer erwartet dich, Madrok.« Die Stimme des Dukes hallte in den Ohren des Aspiranten nach. »Die Kammer ist die letzte Prüfung auf deinem Weg zu einem vollwertigen Space Marine. Du wirst auf deine Würdigkeit und Loyalität zum Orden und dem Imperator selbst hin geprüft. Mut und Glaube werden dir helfen die Prüfung zu überleben. Geh nun!« Der Duke trat zur Seite und gab den Weg in die Kammer frei. Der erste Schritt war der schwerste, dann strafte Madrok die Schultern und betrat schweigend die Kammer. Die Türen schlossen sich hinter ihm und das Licht erlosch.

Irritiert sah sich Madrok in der Kammer um. Seine Augen hatten sich schnell an das Dunkel angepasst und nachdem er den Helm aufgesetzt hatte, welcher mit einem leisen Zischen mit dem Rest der Rüstung verband und sich dabei seiner Kopfform anpasste, lieferten ihm die Restlichtverstärker ein ziemlich klares Bild der Lage. Es gab in dem Raum mit ungewöhnlich hoher Decke absolut nichts außer Fels und zwei Eingangstüren, jene durch die er die Kamer betreten hatte und eine weitere auf der gegenüberliegenden Seite. Vorsichtig bewegte sich Madrok durch die Kammer auf die Türe zu. Als er über die Hälfte des Raumes durchquert hatte und nichts geschah kam er sich schon fast lächerlich vor.

Auf der gegenüberliegenden Seite angekommen streckte Madrok die Hand nach den Türklinken der eisenbeschlagenen Doppeltüre aus. In dem Moment als er versuchte den Knauf zu berühren verzerrte sich sein Blickwinkel auf seltsame Weise, die Welt wurde nun völlig schwarz und Madrok schien ins unendliche zu fallen. Ihm schwanden die Sinne.

Als Madrok wieder zu sich kam fand er sich mitten in einer Eiswüste wieder. Heftige Winde zerrten an ihm und ihm frohr entsetzlich. Schnee und Eis peinigten seinen ungeschützen Körper. Wo war er? Warum hatte er keine Kleider oder Rüstung an? Wo waren seine Waffen? Zu allem Überfluss spürte er seine Beine nicht und registrierte eine tiefe Wunde an der Hüfte welche sich quer über seinen halben Rücken erstreckte. Ein nagendes Gefühl im Magen erinnerte ihn daran dass er seit Tagen nichts mehr gegessen hatte. Mühsam setzte er seinen gepeinigten Körper auf und betrachtete aus zusammengekniffenen Augen die Szenerie. In alle Richtungen konnte er nur weiße ebene Flächen erkennen über die der Wind heulte. Am Himmel stand eine Sonne welche zwar gleißend hell war, jedoch keinerlei Wärme spendete. Müde sackte Madrok wieder zurück in seine Ausgangslage.

Er wusste nicht wie er hier her gekommen war noch was er hier verloren hatte aber er wusste dass er hier sterben würde wenn er nichts unternahm. Einem Teil von ihm machte diese Tatsache überhaupt nichts aus. Es würde das Ende seiner Leiden bedeuten, er würde seinen gepeinigten Körper los werden, würde frei sein unter den Sternen dahin zu schweben. Der Wunsch einfach zu sterben wurde größer in ihm. Langsam schlossen sich seine Augen und er wollte einfach nur noch schlafen. Doch plötzlich regte sich in ihm etwas, verdrängte den Todeswunsch - flüsterte ihm zu: »Steh auf! Dein Leben gehört dem Imperator und dem Orden. Man zählt auf dich. Du hast hier eine Aufgabe und solange noch ein Funken Lebenskraft in dir steckt hast du alles zu tun um sie zu erfüllen - Space Marine!« Unter Aufbietung all seiner Willenskraft öffnete Madrok die Augen und setzte sich wieder auf. Während er sich die Arme rieb überlegte er was zu tun wäre. In der Gegend gab es keinerlei Orientierungspunkte, nur endlose weiße Ebenen. Er riskierte einen weiteren Blick zum Himmel, die Sonne stach ihm in die Augen. Nun gut, warum auch nicht. Er nahm seine letzten Kraftreserven zusammen und begann in Richtung der Sonne zu kriechen. Bereits nach wenigen Metern wurde ihm wieder schwarz vor Augen und er fiel...

Als Madrok das nächste mal die Augen aufschlug fand er sich auf dem staubigen Boden einer kleinen Behausung wieder. Mit Erleichterung registrierte er dass er diesmal eine Rüstung trug und einen Bolter umklammerte. Steine und Staub rieselten zu allen Seiten zu Boden, ein Loch in der Wand zeugte von seinem Durchbruch. Etwas hatte ihn glatt durch die Wand geschmettert. Mit geübter Routine ging er die verschiedenen blinkenden Anzeigen durch welche ihn über seinen Zustand informierten. Der Servo im linken Bein hatte arg etwas ab bekommen, würde ihn aber nicht behindern. Kritisch war sein Munitionsvorrat welcher sich auf den letzten Clip in seinem Bolter zu beschränken schien. Der Füllstand des Granatspenders schien ebenfalls erschöpft - einzig sein Kampfmesser blieb übrig.

Ein lautes Brüllen warnte ihn vor als das Dach des Hauses weggerissen wurde. Der letzte Teil der strapazierten Wand stürzte ebenfalls in sich zusammen und ein Dämon von der Größe zweier Cybots ragte vor ihm auf. In den Trümmern verstreut nahm Madrok die Körper weiterer Space Marines wahr, zerbrochene Rüstungen und verrenkte Gliedmaßen sprachen eine eindeutige Sprache. Entsetzt rappelte Madrok sich auf und riss nach Luft japsend den Helm vom Kopf während er den riesigen Dämonen anstarrte. Furcht, Trauer und Hass um seine gefallenen Kameraden kämpften miteinander. Zu keiner Gegenwehr fähig packte der Dämon ihn und hob ihn wie ein Spielzeug empor. Ceramitplatten verbogen sich und drückten Madrok langsam die Brust ein während seine Arme nutzlos zu beiden Seiten hinunter baumelten. »Wo ist dein Imperator nun, Mensch?« Die Worte des Dämons erschollen direkt in seinem Kopf. Er verspottete Madrok, spielte mit ihm. Der Hass brach sich seine Bahn und Madrok schrie seinen Zorn hinaus. »Der Imperator ist stets mit mir und er sendet dir sein persönliches Geschenk!« Mit diesen Worten hob Madrok den Bolter und zielt direkt auf die Rachenöffnung des unheiligen Geschöpfs. Explosivgeschosse deckten die Fratze der Kreatur ein, schlugen in dichter Abfolge durch Fleisch und Knochen, fanden ihren Weg durch die Schädeldecke und rissen Sehnen und Hirnmasse auseinander. Als die letzte Patrone den Lauf verlassen hatte ließ der sterbende Dämon den Marine los. Madrok fiel...

Ein harter Schlag ins Gesicht wecke Marec abermals. Er kniete mit gefesselten Händen die Sonne im Rücken am Rande einer Schlucht und blickte auf einen Trupp der Sons of Avengers hinunter die sich einen Weg durch das schmale Tal bahnten. In der Mitte rückten die Wände so dicht zusammen dass kaum Platz für zwei Männer nebeneinander sein würde. »Sie dir deine Freunde gut an, es ist das letzte mal dass du sie sehen wirst.« Der Anführer einer Rebelleneinheit drückte ihm einen Blaster in den Rücken. »Genieße das Schauspiel. Am Engpass haben wir Sprengladungen deponiert die wir im richitgen Moment zünden werden. Fluchtversuche sind sinnlos, du wirst bei der ersten Regung erschossen.«

Aus den Augenwinkeln beobachtete Madrok wie ein abtrünniger Imperialer sich an einem Fernzünder zu schaffen machte. Ihm blieb wenig Zeit zu handeln, seine Brüder hatten den Engpass fast erreicht. Schweiss bildete sich auf Madroks Stirn und seine Gedanken rasten. Schliesslich fasste er einen Entschluss. Sein Leben war weniger Wert als dass eines ganzen Trupps, wahrscheinlich würde er ohnehin sterben. Mit einem Satz sprang er auf und rief seinen Brüdern eine laute Warnung zu. Den Einschlag spürte Madrok kaum doch während er niedersank und sich der Dunkelheit hingab registrierte er zufrieden dass seine Brüder ihn verstanden hatten und sich aus dem Tal zurück zogen. Madrok fiel...

Madrok stolperte durch die Türe. Schwer atmend riss er sich den Helm vom Kopf, Schweiss rann über seine Stirn. Erst Minuten später nahm er seine Umgebung wahr. Vor ihm stand der Duke, neben ihm Damne und einer der Hohenpriester. Damnes Blick ruhte voller Stolz und Anerkennung auf seinem ehemaligen Schüler. »Nun bist du ein wahrer Space Marine, Bruder. Deine Ausdauer, Kraft und Loyalität wurden getestet und für würdig befunden. Du wirst eine wahre Bereicherung für den Orden sein.« Die Stimme des Dukes war klar und weit zu hören. Erst jetzt registrierte Madrok dass sich der halbe Orden in der Halle versammelt hatte - mit Ausnahme der neuen Rekruten und restlichen Scouts. Er hatte die Prüfung bestanden und seine Ordensbrüder zollten ihm mit dieser Versamlung ihre Anerkennung und bestätigten damit die Bande der Bruderschaft. Nun würde ein Festmahl folgten bei dem Madrok mit Damne an der Tafel des Dukes selbst zu sitzen hatten.
 

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