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  Datum:.......................110703.M41
Titel:........Chapter 4 Vet.Sarge Damne
Ref:.......................451_story_08
Klasse:.........................Chronik
Sicherheitsstufe:..................none

Chapter4

+++
Chronik des
Veteranensergeants Damne
der Sons of Avengers
gegründet von Aragon dem Weisen,
Space Marine des Adeptus Astartes
unter dem Oberbefehl des heiligen Imperators
und des hohen Senats zu Terra
+++

»Wir kommen zu spät zur Messe!« Madrok eilte auf die Türe zu und mühte sich im Laufen die formale Einheitsuniform der Space Marines überzustreifen. »Der Kaplan wird das nicht gerne sehen.«

Nach einer halben Flugwoche hatte die Xerxes V das Space Hulk Roboutany, welches den Brüdern als Heimatbasis diente, erreicht. Die Roboutany trieb in den Randzonen des Segmentum Ultramar um neue Vorräte und ein paar neue Rekruten aufzunehmen. Pünktlich um fünf Uhr morgens Imperiale Standardzeit traf sich fast das ganze Regiment in der Schiffskapelle um der Morgenandacht des Ordenspriester Titus zu lauschen. In den letzten Jahren nahmen auch immer wieder verschiedene Kommandeure der Imperialen Soldaten, welche die Roboutany inzwischen beherbergte, an den Gottesdiensten teil um mehr über die Natur ihrer Kampfgefährten zu erfahren. Auch heute predigte Titus von seinem Lieblingsthema: Der Gefahr durch des Chaos.

»Space Marines, Brüder und Gäste. Euch allen ist der Begriff "Chaos" wohl bekannt. Das Chaos zeigt sich nur selten physisch auf dem Feld der Ehre doch greift es das Imperium ohne Pause auf anderen Wegen an.« Titus legte eine künstlerische Pause ein bevor er fortfuhr: »Das Chaos schleicht, es intrigiert. Es spricht zu jedem denkenden Wesen über dessen Gedanken. Viele Menschen sind offen für diese Einflüsterungen und bedürfen des Schutzes der Kirche und dem Schild des Gottkaisers. Doch trotz aller Bemühungen, allem Aufwand gegen diese niederträchtigen Kräfte unterwandert das Chaos täglich die Welten des Imperiums. Durch die enorme Größe des Imperiums erreichen Berichte über Chaoskulte die Inquisition, jene strahlendsten Ritter der einzigen Wahrheit, meist Jahre zu spät. Diese Welten sind dem Untergang geweiht, denn das Chaos richtet sich früher oder später in jedem Falle gegen seine Anhänger.« Seine Augen durchforsteten den Raum. »Viele Träger meines Amtes in anderen Orden sind der Meinung dass nur ein Kämpfer mit unbeflecktem Herzen dem Chaos gegenüber treten können und verweigern ihnen jede Information über die Natur des Chaos. Ich bin der Ansicht dass ein Space Marine seinen Feind kennen muss um ihn zu bekämpfen und zu siegen. Er muss wissen wie das Chaos handelt um die subtile Manipulation seiner Gedanken zu verhindern, muss die Zeichen an Unzuverlässigeren erkennen und Handeln können.« Nachdem Titus sich in Rage geredet hatte brach er plötzlich unvermittelt ab um den erweckten Eindruck abzuschätzen. »Aragon machte einmal den Fehler und zerstörte im Namen des Verräters Horus eine loyale menschliche Welt. Was Aragon nicht wusste: Horus ward bereits den Einflüsterungen des Chaos erlegen und zerriss auf seinem Kreuzzug gen Terra das halbe Imperium. Dieser Fehler wird sich in der Geschichte der Avengers niemals wiederholen und darum müsst ihr um die Natur des Chaos wissen.« Eine ähnliche Einleitung bekamen die Avengers bei jeder Messe mit der Chaosthematik zu hören. In der nachfolgenden Stunde demonstrierte Titus anhand einiger Beispiele die Abspaltung einer Imperialen Welt durch schädliche Einflüsse des Chaos.

Titus predigte bereits einige Minuten als Damne seinen Schützling antippte und ihm ins Ohr flüsterte: »Komm, wir gehen Irenicus besuchen. Ist vielleicht interessanter als den täglichen Ausführungen unseres ehrenwerten Titus zu lauschen.« Beide schlüpften unbemerkt aus der Kapelle und machten sich auf den Weg zum Apothacarion um ihren verwundeten Kameraden zu besuchen. Als sie die Operationsräume passierten, hätte Damne um ein Haar einen diensthabenden Servitor umgerannt doch schließlich erreichten sie den Behandlungsraum in dem man Irenicus untergebracht hatte. Dieser erkannte die beiden sofort und begrüßte sie herzlich: »Tut gut euch zu sehen Jungs. Ich dachte da unten schon es sei aus mit mir aber der Imperator wachte über mich.« Irenicus schlug die Decke zurück und zeigte den beiden sein neues mechanisches Bein welches ihn fortan durch die Gegend tragen würde. Die servogestützen Motoren summten leise als er sich aus dem Bett schwang und sanft auftrat. »So gut wie neu nur noch etwas ungewohnt.« Irenicus lächelte die beiden schief an. »Werd ein Weilchen brauchen aber dann bin ich wieder ganz der alte.« »Wann lässt sich Antarius hier endlich heraus?« hakte Madrok nach. »Die anderen lassen dir Besserungswünsche übermitteln.« Irenicus warf einen Blick auf sein Bettterminal. »In zwei oder drei Tagen wird er mich wieder trainieren lassen.« murmelte er. »Ich würde es auch keinen Tag länger hier drinnen aushalten. Diese stumpfsinnigen Servitoren machen mich langsam aber sicher krank.« Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: »Übrigens Damne, ich würde mich geehrt fühlen wenn du persönlich den stilisierten Totenschädel auf meine Stirn tätowieren würdest - das war meine dritte schwere Verletzung im Kampf.«

In den späten Abendstunden saß Damne noch lange auf seiner Schlafstatt und dachte nach wie er es in letzter Zeit häufiger tat. Mit einer Hand fuhr er über seine vernarbte Stirn und strich ehrfürchtig über die zwei stählernen Doppelkopfadler und drei kleinere Bolzen welche in seiner linken Stirnhälfte eingelassen waren. Sie zeichneten ihn für über 230 Jahre Dienstzeit aus, eine stolze Dienstzeit für einen Space Marine. Er hatte viele Kämpfe überlebt und zählte zu den erfahrensten Veteranen des Ordens. Schon vor Jahren hätte er seinen eigenen Zug führen können doch Damne war glücklich mit seinem Trupp Space Marines. Die meisten kannten einander seit Jahren und hatten sich schon mehrfach gegenseitig das Leben gerettet. Neben den Bolzen befanden sich noch ein paar Tätowierungen, darunter auch zwei stilisierte Totenschädel wie Irenicus nun einen bekommen würde. Nach langer Tradition bekam jeder Marine der drei schwere Verletzungen im Kampf überlebte dieses todesverachtende Symbol von einem Ordensmitglied seiner Wahl auf die nackte Haut tätowiert. Mehrere Narben schlängelten sich zwischen den Symbolen hindurch und zeugten von harten Kämpfen. Vielleicht würden die nächsten Wochen weitere Narben hinzukommen denn die Sons of Avengers hatten Befehl an einer größeren Operation gegen Raumpiraten teilzunehmen. Zwar war kein Pirat einem voll ausgebildetem Space Marine gewachsen doch durfte man sie nicht unterschätzen. Der Mensch schafft erstaunliches wenn er sich in die Ecke gedrängt fühlt und auch die Vollpanzerung eines Space Marines hatte ihre Schwachstellen - auch wenn der Adeptus Mechanicus anderes behaupten mochte.
 

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