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  Datum:.......................110703.M41
Titel:........Chapter 3 Vet.Sarge Damne
Ref:.......................451_story_07
Klasse:.........................Chronik
Sicherheitsstufe:..................none

Chapter3

+++
Chronik des
Veteranensergeants Damne
der Sons of Avengers
gegründet von Aragon dem Weisen,
Space Marine des Adeptus Astartes
unter dem Oberbefehl des heiligen Imperators
und des hohen Senats zu Terra
+++

»Ankunft auf Jerry II in 003023 - erbitte weitere Anweisungen.« Verschlafen schüttete sich Damne eine Hand voll Wasser ins Gesicht und stellte leise knurrend den Lautsprecher in seiner Kabine ab. Dann begab er sich durch einen schmalen Flur auf die klaustrophobisch kleine Brücke. »Ah, Grüß dich Damne. Ist nett bei eurem kleinen Ausflug mit dabei sein zu dürfen.« Morris hämmerte abwesend auf der Tastatur des Navigationscomputers herum. »Wir nähern uns der Umlaufbahn von Jerry II und werden sicher bald von den örtlichen Sicherheitskräften höchst freundlich aufgefordert uns zu identifizieren.« Brummend stellte Damne fest dass sein Cataleptischer Knoten wohl langsam aber sicher nachließ - er brauchte eindeutig mehr Schlaf als die neuen Rekruten des Ordens. »Übermitteln sie die üblichen örtlichen Grußfloskeln und geben sie uns als Diplomatenschiff Xerxes V aus.« Nach einer Pause fügte er hinzu: »In der Datenbank ist irgendwo unter /fleets eine gültige Signatur für diesen Schiffstyp.« »Alles klar. Ich werde mich anschließend an das lokale Einweisungskommando halten und in der Hauptstadt runtergehen. Auf einem der offiziellen Landeplattformen dürften wir am wenigsten auffallen.« erwiderte Morris. »Ich gebe fünf Minuten vor dem Eintritt in die Atmosphäre Bescheid.« »Geben sie acht, dass sich niemand zu sehr für das Schiff interessiert - denken sie dran: Wir sind vollkommen bedeutungslos für die hiesigen Behörden!« Damne verließ die Brücke um die Ausrüstung noch einmal zu überprüfen und Wulf und Madrok zu wecken. »Roger Sarge.« rief Morris ihm hinterher und wendete sich auch schon wieder seinen Kontrollen zu.

Das modifizierte Kurierschiff unter dem Namen Xerxes V setzte sauber auf dem leeren Landungsfeld auf. Die Besatzung schien sich Zeit zu lassen und als sich schließlich die Zugangsrampe öffnete, kletterten drei Gestalten aus dem Schiff. Damne, Wulf und Madrok fielen zwar allein durch ihre enorme Statur auf, doch konnte es nur von Vorteil sein wenn sich jeder zweimal überlegen musste ob er sich mit ihnen anlegen wollte. Damne trug die neutrale Robe eines Handelsdiplomaten, eine Boltpistole sorgsam in den Falten der Gewandung verborgen. Wulf und Madrok hingegen trugen jeweils die leichte Körperpanzerung eines typischen Bodyguards samt gut sichtbaren Laserpistolen in den Halftern der Gürtel. Die Insigien der Space Marines wurden sorgfältig durch Helme und Kapuze verborgen. Gruppen wie diese waren ein durchaus häufiger Anblick in der Metropole von Jerry II - ein Planet der vom Handel lebte.

»Unser Ziel dürfte sich im Regierungsgebäude befinden und nur mittelschwer bewacht sein.« murmelte Damne seinen beiden Begleitern zu. »Es handelt sich um ein verschlüsseltes Speichermodul welches wertvolle Fragmente der Gründungsgeschichte der Sons of Avengers beinhalten könnte. Titus will das Ding unbedingt in seine Finger bekommen. Leider möchte der Gouverneur sein Lieblingsartefakt nicht herausrücken - Space Marines hin oder her. Er ist wohl recht stolz auf seine Sammlung aus der Zeit der großen Bruderkriege...« Der Trupp schritt gerade über die Landeplattform und hielt nach einem Transportmittel zum Gouverneurspalast Ausschau. »Wir sollen das Modul möglichst ohne Wirbel bergen und nach Hause bringen - am besten ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Zwar wird der Gouverneur zu seinen eigenen Schlüssen kommen aber kaum in der Lage sein den Orden anzuklagen.« »Warum jagen wir nicht einfach das Tor in die Luft, marschieren rein und holen uns was wir wollen und ziehen wieder ab?« fragte Wulf. »Wäre erheblich schneller und einfacher.« Madrok verzog das Gesicht und antwortete anstelle von Damne. »Eben weil wir diskret vorgehen sollen. Hat der Gouverneur einen Beweis, steht morgen die Inquisition auf der Matte und nimmt unsere Aktivitäten unter die Lupe. Und was wird dann mit deinen "Spezialkalibern" aus deiner Waffensammlung?« »Jaja, ich habs kapiert.« murrte Wulf. »Bin ja nicht völlig verblödet.« Keiner der beiden antwortete darauf, lediglich Damnes Mundwinkel zuckten kurz nach oben.

Das Hover-Taxi hatte das Trio direkt vor dem Haupteingang des Palastes abgesetzt und war gleich wieder zwischen Straßenschluchten verschwunden um einem neuen Kunden seine Dienste anzubieten. Die eindrucksvollen Tore, von denen eines leicht an die Größe eines Reaver Titans herankam, ragten in den blaugelben Himmel von Jerry II. Kleinere Türen in den Toren boten Einlass für Beamte, Servitoren, Reisende oder Schaulustigen. Die drei passierten eine davon ohne größere Probleme und fanden sich im Inneren einer gigantischen Halle wieder. Mehrere Kartenterminals heischten mit blinkenden Schirmen um die Aufmerksamkeit der Gäste und boten die Berechnung der kürzesten Route zu einem gewählten Ziel an. Sie liessen sich vom nächststehenden Schrim eine ausführliche Gebäudekarte und einen Infoplan des "Museums" - wie es der Gouverneur nannte - geben. Dann machten sie sich auf den Weg zurück zum Schiff.

Zurück an Bord der Xerxes V sichtete man gemeinsam das gesammelte Material. »Der Raum in dem sich das Modul befindet ist ziemlich hoch und besitzt eine Fensterfront mit einem Dutzend Fenster im gothischen Stil. Die Decke des Raumes wird von mehreren Säulen getragen zwischen denen die Schaukästen stehen und die Fußwege zu den beiden großen Doppeltüren auf den beiden Seiten des Raumes verlaufen.« Damne fuhr mit einem Laserpointer über die schematische Darstellung des fraglichen Museumraums welcher den Hauptschirm der Brücke einnahm. »Ich verwette meine Servorüstung dass sich in dem Raum mindestens Bewegungsmelder befinden. Der einzige Weg in das Museum hinein ist der durch die große Haupthalle - zumindest wenn man zu Fuß unterwegs ist.« »Die Haupthalle kommt nicht in Frage« murmelte Madrok. »Dort rennt zu jeder Tageszeit so viel Personal und Wachen herum dass wir keine Chance hätten unerkannt rein und wieder heraus zu kommen.« An der Stelle meldete sich Morris zu Wort. »Wie wäre es, wenn ihr durch die großen Fenster reingeht? Ich bin mir sicher ich kann die Xerxes unmittelbar an der Mauer halten ohne entdeckt zu werden.« »Was ist mit den Bewegungsmeldern?« warf Wulf ein. »Das lass meine Sorge sein« grinste Madrok. »Damit werde ich schon fertig.«

Zufrieden sammelte Damne seine Gedanken. Seine Kabine war zwar klein doch ähnelte sie damit sogar den Meditationszellen auf der Roboutany. Das kleine Schiff hatte schon so manchen Einsatz hinter sich was zahlreiche Kratzer und Farbschattierungen auf dem Rumpf und im Inneren des Schiffes belegten. Trotz allem fühlte er sich hier drinnen wohl, das Schiff hatte ihn bereits des öfteren wertvolle Dienste erwiesen. Auch sein Schützling hatte bereits den ein oder anderen Einsatz auf diesem Schiff mitgemacht und sich immer wieder bestens bewährt. Tatsächlich hatte sich Madrok sogar zum besten Kadetten des Ordens gemausert - was wiederum auch Damne mit Stolz erfüllte. Noch wenige Monate und Madrok würde entgültig in die Reihen eines vollwertigen Space Marines aufsteigen können - nach der Implantation des Rückenschildes.

Es ging auf 0400 Imperiale Standardzeit zu als sich die Xerxes dem Palast aus der Luft näherte. Auf dem Schirm zeigten sich keine verdächtigen Abwehraktivitäten die darauf hingedeutet hätten dass man sie bereits erkannt hatte. »Tarnschirm einschalten!« befahl Damne von seinem leicht erhöhten Sitz im Brückenraum. »Tarnschirm ist eingeschaltet und arbeitet innerhalb korrekter Parameter« bestätigte Morris. »Wir sind lediglich optisch nach wie vor sichtbar aber da wir ohne Beleuchtung fliegen sollte das kein Problem darstellen. Heute Nacht ist keiner der zwei Monde zu sehen.« »Sehr gut. Leite Andockmanöver am nördlichsten Fenster ein.« Damne nickte zufrieden und überflog seine Kontrollen. »Andockmanöver in fünf null drei« bestätigte Morris. »fünf... vier... drei... zwei... eins... angedockt!« Mit einem sanften Ruck kam das Schiff in der Schwebe zum Stehen. Ein geschickter Mann würde ohne Probleme direkt aus der oberen Ausstiegsluke über die linke Tragfläche in das Gebäude spazieren können. »Madrok dein Stichwort. Wulf wird dir assistieren während Morris und ich die Position halten.«

Geschickt sprang Madrok auf den steinernen Sims welcher schon nach einem halben Schritt steil abfiel. Ein Fehltritt würde seinen sicheren Tod bedeuten, der Abgrund unter ihm gähnte in unbarmherziger Tiefe. Wulf balancierte wenige Zentimeter neben ihm mit seiner neuesten Errungenschaft, einer schweren tragbaren Maschinenkanone die er über seine alten Freunde aus Necromundo in die Finger bekommen hatte. Ein Wunder dass ein Mann alleine so ein Gerät tragen, geschweige denn damit schießen konnte. Grinsend bezog Wulf Stellung und richtete das Geschütz auf die geschlossene Eingangstüre zur Haupthalle hin aus. Mögliche Aggressoren würden mit hoher Wahrscheinlichkeit durch diese Türe kommen. Madrok schraubte derweil einen Seilwerfer auf sein Gewehr und zielte in das Gebälk der Halle - direkt über den Schaukasten mit dem Modul. Es gab einen leisen Plopp als der Haken mit dem dünnen Faserseil durch die Luft schoss und sich in das Zement- und Stahlgemisch der Decke bohrte. Nun befestigte Madrok das Seil auf seiner Seite am Sims und klinkte eine spezielle Vorrichtung daran. Das andere Ende der Vorrichtung klinkte er direkt an seinem Gürtel ein. Nachdem ihm Wulf den erhobenen Daumen präsentierte, betätigte Madrok nickend einen Knopf und schoss mit der Konstruktion an dem Seil entlang zur Decke der Halle.

In der Schwebe hängend machte er ein zweites Seil klar, diesmal jedoch mit einem speziellen Saugpropfen am Ende. Den Glaskasten konnte er nicht zerstören - das wäre zu laut. Er würde ihn einfach mitnehmen und dann an Board der Xerxes in Ruhe auseinander nehmen. Als sein Finger sich schon um den Abzug krümmte, nahm er aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr.

Madrok reagierte schnell und zog seine Laserpistole. Entsichern und Schießen waren eine einzige Bewegung und der kleine Reinigungsroboter fiel in Einzelteilen zerlegt durch den Raum zu Boden. »Verdammt Wulf - hier oben hat sich eine Reinigungseinheit herumgetrieben. Ich gehe jede Wette ein, dass die Dinger mit der Sicherheitszentrale verbunden sind« gab Madrok durch sein Interkom an Wulf und das Schiff weiter. »Der Roboter hat sich mir zugewandt als ich hier oben gelandet bin.« Kaum hatte er seine Nachricht durchgegeben als auch schon die Türen zur Haupthalle aufflogen und ein Sicherheitsteam den Raum stürmte. Bellend hob Wulfs Maschinenkanone an und spuckte ohne weitere Fragen zu stellen mehrere Dutzend Kugeln in Richtung Eingangstüre. »Sarge? Wir haben hier drinnen ein kleines Problem« murrte nun Wulf seinerseits in sein Mikrophon. »Da seid ihr nicht die einzigen« knisterte Damnes Stimme aus dem Komgerät. »Scheint als hättet ihr da drinnen genug Krach gemacht um auch hier draußen ein paar Sicherheitsdronen zu aktivieren. Wir kümmern uns um die Dinger und holen euch nachher auf dem Dach ab, Damne Ende.« Mit diesen Worten drehte die Xerxes auch schon ab und jagte ein paar Schüsse in die Nacht. Zwei kleine Explosionen folgten.

»Scheiße, ich hol mir das Ding jetzt« rief Madrok zu Wulf hinunter. »Gib mir Deckung!« Das liess sich Wulf nicht zweimal sagen. Er beharkte unablässig das Sicherheitsteam welches bereits zur Hälfte dezimiert hinter einigen Säulen Deckung gesucht hatte und nur sporadisches Gegenfeuer abgab. Madrok drückte einen weiteren Knopf an seiner Motorwinde und schoss mit seiner Laserpistole auf den Kasten feuernd dem Boden entgegen. Das Speichermodul aus den Überresten des Glaskastens packend klinkte er sich aus und gab Wulf ein Zeichen während er sein Gewehr in Anschlag brachte und nun seinerseits das Sicherheitsteam beharkte - zwar wesentlich gezielter doch hatte das Sicherheitsteam inzwischen Verstärkung bekommen und begann nun organisierter gegen die Eindringlinge vorzugehen.

Wulf sprang, sein neues Lieblingsstück umklammert, die fünf Meter zum Boden der Halle hinunter und wetzte hinter eine der Säulen in Deckung. »Ich wünschte wir hätten etwas mehr am Leib als diese leichten Scoutrüstungen« rief er zu Madrok hinüber. »Im Nachbarraum müsste ein Aufgang zu einer Galerie sein wenn ich den Plan noch richtig im Kopf habe. Von da kommen wir auf das Dach.« »Hoffen wir dass Damne seine neuen Freunde abgehängt hat« erwiderte Madrok und sprintete geduckt auf die Türen auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes zu. Vor den Türen warf er sich in Deckung und schaltete sein Gewehr auf Dauerfeuer um die Sicherheitsleute auf der anderen Seite des Raumes niederzuhalten. »Komm rüber Wulf, hier ist genug Platz für zwei.« Wulf ließ nicht lange auf sich warten und erschien seinerseits wenige Sekunden später vor der Türe. Doch statt die Türe zu öffnen brachte er seine Maschinenkanone in Anschlag und durchsiebte sehr zu Madroks Verwunderung die Türflügel bevor er sie auftrat. Als die beiden dann geduckt durch die Türe liefen wurde Madrok der Sinn der Aktion klar als er ein weiteres Sicherheitsteam reglos auf den Boden liegend bemerkte. Der Trupp hatte vorgehabt ihnen in den Rücken zu fallen - leider kam ihnen Wulf mit seinem Scharfsinn zuvor.

»Genug Spaß für heute« knurrte Wulf und stürmte die Treppen zur Galerie empor. »Wir wollen Damne und Morris nicht warten lassen.« Oben angekommen trat er eine weitere Türe auf und sprang mit weiten Schritten die dahinter liegende Wendeltreppe hinauf. Madrok hatte Mühe mit dem muskulösen Mann mitzuhalten. Als er das Ende der Treppe erreichte hatte Wulf bereits eine weitere Türe aufgesprengt und sich auf dem Dach in Deckung begeben - stets Ausschau nach neuen Gegnern haltend. Madrok sprang seinerseits durch die Türe und warf eine entsicherte Sprenggranate die Wendeltreppe hinunter was ihn ein Grunzen von Wulf einbrachte der dieses Handeln durchaus billigte.

Lautes Rauschen kündigte Damne an und als die Xerxes auf dem Dach aufsetzte rief Damne durch die geöffnete Luke »Sieht so aus als wäre ich heute einmal für das Taxi zuständig. Eine angenehme Abwechslung was?« Lachend sprang Madrok dicht gefolgt von Wulf die Rampe hinauf. Kaum hatte sich die Rampe geschlossen öffnete Damne einen Kanal zu Morris. »Morris hätten sie bitte die Güte?« »Wir sind schon so gut wie weg, Sarge. Ich bitte alle Passagiere sich gut festzuhalten da die Reise ein wenig holprig werden dürfte.« Das kleine Schiff katapultierte sich umgehend aus der Atmosphäre und passierte unbehelligt die orbitalen Stationen. Nach wenigen Flugminuten verschwand die Xerxes mit der gestohlenen Speichereinheit mit direktem Kurs auf die Roboutany in der Verwerfung.
 

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