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  Datum:.......................080521.M41
Titel:................Der eiserne Käfig
Ref:.......................451_astar_25
Klasse:..........................Lexika
Sicherheitsstufe:.................Gamma

Der eiserne Käfig

Quelle: White Dwarf Datenbank 64 04.01

Der einzige wirkliche Triumph in der auf den Großen Bruderkrieg folgenden Periode war Perturabos Aufstieg in den Rang eines Dämonenprimarchen. Die Iron Warriors waren kurz davor gewesen, die Verteidigungsanlagen des Imperialen Palastes auf Terra vollständig zu vernichten, waren aber durch Horus' Tod um diese Genugtuung gebracht worden. Anschließend wurden ihre Welten von den Imperial Fists überwältigt, die Dank ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit die Garnisionstruppen trotz optimaler Verteidigungspositionen vernichten konnten. Als Vergeltung für die erlittenen Schmähungen konstruierte Perturabo daher auf Sebastus IV eine Falle für den Primarchen der Imperial Fists, die er die "Ewige Festung" taufte. Als Rogal Dorn von der Errichtung dieser Festungsanlage hörte, verkündete er öffentlich, dass die Imperial Fists den abtrünnigen Primarchen aus seinem selbsterrichtetem Schlupfloch zerren und in einem eisernem Käfig nach Terra zurückbringen würden. Roboute Guillaume bat Dorn inständig, ihm bei diesem Unterfangen mit seinen Ultramarines zur Seite stehen zu dürfen, aber wie es Perturabo geplant hatte, war Dorn arrogant und eitel genug, die Mission alleine anzugehen.

Rogal Dorn erwartete eine ehrenhafte und direkte Schlacht, aber Perturabo hatte andere Pläne. Die "Ewige Festung" war eine raffiniert ausgeklügelte Falle. In ihrem Zentrum befand sich die eigentliche Zitadelle, umgeben von 20 Quadratmeilen bedeckt mit Bunkern, Türmen, Mienenfeldern, Schützengräben, Stacheldrahtzäunen, Panzersperren und Verschanzungen. Von der Hauptzitadelle aus führen unterirdische Tunnel in Form eines achtstrahligen Sterns weg, die den sicheren Zugang zu den unzähligen Befestigungsanlagen innerhalb der Ewigen Festung ermöglichten. Jeder Zugang zu diesen Tunneln war sorgfältig getarnt, und selbt die Zitadelle im Zentrum stellte nicht mehr als einen Köder ohne echten strategischen Wert dar. Normale Festungen werden immer durch die Tatsache behindert, dass sie exestieren, um etwas zu beschützen. Die Ewige Festung unterlag diesem Zwang nicht, die war nicht mehr und nicht weniger als eine 20 mal 20 Meilen messende Todeszone.

Perturabo und seine Iron Warriors warteten unter der Oberfläche in gepanzerten Bunkern den Beginn des orbitalen Bombardements der Imperial Fists ab. Sobald die ersten Einschläge registriert wurden, erwiderten sie das Feuer mit einer Reihe ferngesteuerter Waffensilos, die in sicherer Entfernung der Ewigen Festung angelegt worden waren. Erwartungsgemäß begannen die Imperial Fists mit einer umfassenden Truppenlandung durch Thunderhawks, um die Silos auszuschalten und anschließend den Rest des neu gegründeten Ordens auf die Planetenoberfläche zu transportieren. Sobald die Kämpfe um die Waffensilos begonnen hatten, brachten die Iron Warriors die Munitionslager der automatisierten Geschützstellungen zur Detonation. Tausende Tonnen Schutt und Staub wurden in Sebastus' Atmosphäre geschleudert und machten die Kommunikation zwischen den Truppen am Boden und ihren Schiffen im Orbit praktisch unmöglich.

Die Detonation der Silos war für die Flotte der Iron Warriors das Zeichen zum Angriff. Obwohl die Rebellenflotte den Schiffen der Imperial Fists nicht überlegen war, befanden sich die meistem Thunderhawk Landungsschiffe der loyalen Space Marines doch auf Sebastus und konnten die Großkampfschiffe nicht unterstützen. Die Schiffe der Verräterlegionen hingegen besaßen zahllose Landungsboote, in denen die Iron Warriors nur darauf warteten, Rache zu üben. Die Flotte der Imperial Fists versuchte, ihre Poistion zu halten, musste sich aber angesichts der überlegenen Fliegerstreitkräfte der Iron Warriors aus dem System zurückziehen. Wenige Stunden später waren die einzigen Ziele, die aus dem Orbit durch den Schleier von Asche und Staub bombadiert wurden, von Perturabo sorgfältig geplante Koordinaten.

Obwohl sie nun auch aus dem Orbit unter Feuer genommen wurden, führten die Imperial Fists ihren Angriff wie geplant in einer parademäßigen, 4 Kompanien breiten Front, weiter. Perturabo beobachtete sie amüsiert aus einem der zahlreichen Spähtürme und began, die Einheiten der gelb gepanzerten Elitekrieger systematisch zu vernichten. Die äußernen Minenfelder verrichteten ihre Arbeit wie geplant, und als die Imperial Fists die ersten Befestigungen erreichten, bemannten die Iron Warriors durch das Tunnelsystem die Mauern und Schützengräben und eröffneten das Feuer. Während die Aufmerksamkeit der Invasoren durch die Gegner vor ihnen gebunden war, tauchten Sturmeinheiten der Iron Warriors aus verstecken Bunkern auf und attacktierten mit Melterbomben und Sprenggranaten die Panzer, die von den Befestigungen aufgehalten worden waren. Die Imperial Fists mussten ihren Vorstoß stoppen, um dieser Gefahr in ihrem Rücken zu begegnen, und waren so für eine Weile zwischen Mienenfeldern, Panzersperren und Schützengräben gebunden. Schließlich formierten sie sich aber wieder und stürmten die Linien der Iron Warriors, nur um feststellen zu müssen, dass die Befestigungen und Schützengräben leer waren. Und so ging es weiter - Perturabo dezimierte die Imperial Fists Panzer für Panzer, Trupp für Trupp. Rogal Dorn war jedoch unerschüttlich vom kurz bevorstehendem Sieg über die Häretiker überzeugt und trieb seine Männer vorwärts. Perturabo begegnete dem, indem er einen Teil der Iron Warriors zurückfallen liess, während andere die Stellung bis zum letztem Mann verteidigten - eine teuflisch geniale Strategie, die die Imperial Fists immer mehr auseinanderzog und zersplitterte - zuerst in Kompanien, dann in einzelne Trupps. Am 6. Tag der Schlacht kämpfte praktisch jeder Spame Marine für sich allein, und Rogal Dorn selbst streifte vor Wut tobend durch die Schützengräben und Bunker, Perturabos Namen rufend und ihn zum Duell herausfordernd, der Primarch der Iron Warriors aber blieb geduldig und baute darauf, dass die Machtlosigkeit ihres Anführers die Imperial Fists noch weiter demoralisieren würde.

So zog sich die Belagerung der Ewigen Festung über 3 Wochen hin. Die Imperial Fists hatten sich in der Todeszone eingegraben und hatten auch keine Möglichkeit, der Falle zu entkommen. So sehr seine Captains auch auf einen Ausbruchversuch drängten, so weigerte sich Rogal Dorn verbissen, diesen zu befehlen. Er wollte das Offensichtliche nicht wahrhaben und forderte seine Männer weiter zu verzweifelten Sturmangriffen auf und schrie seine machtlosen Herausforderungen über das Schlachtfeld. Die Imperial Fists, die ihren Primarchen niemals verlassen hätten, bereiteten sich darauf vor, mit Rogal Dorn auf Sebastus IV zu sterben.

Perturabos Plan wäre lückenlos gewesen, wenn er nicht zu viel Gefallen daran gefunden hätte, seine im ausgelieferten Feinde weiter zu quälen. Er hätte die Imperial Fists jederzeit auslöschen können, aber er tat es nicht. Dies erwies sich für Rogal Dorn und die Überreste seiner Imperial Fists als Rettung, denn Roboute Guillaume hatte beschlossen, das Wohl des Imperiums vor den persönlichen Stolz zu stellen und war mit seinen Ultramarines gekommen, um den loyalen Space Marines beizustehen. Die mächtige Flotte der Ultramarines schlug die Schiffe der Iron Warriors in die Flucht, während eine Welle Thunderhawks nach der anderen durch die Staubwolken stieß, um die Imperial Fists zu evakuieren. Perturabo hatte kein Verlangen danach, gegen 2 Space Marine Orden gleichzeitig zu kämpfen und konzentrierte sich lediglich darauf zu verhindern, dass die Imperial Fists ihre Toten und Verwundeten bergen und in Sicherheit konnten.

Danach war Rogal Dorn ein gebrochender Mann, und es sollte 19 Jahre dauern, bis die Imperial Fists wieder in den Kampf ziehen konnten. Sie mussten über 400 Brüder in der Ewigen Festung zurücklassen, und es gab keinen Überlebenden, der nicht schreckliche Narben davongetragen hatte.

Die erbeuteten Prognoide opferte Perturabo den Dunkeln Göttern und wurde dafür zum Dämonenprimarchen erhoben. Eine Beleidigung war gerächt, und seitdem exestieren die Iron Warriors für den Zweck, um auch die andere Rechnung mit dem Leichnam auf dem Goldenem Thron zu begleichen.
 

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