Freitag. Einer meiner letzten hier oben. Da war ich heute glatt mal zu faul zum Kochen und fahre zur Feier des Tages zu BigBoy rüber, was ich sonst eigentlich nie mache. Die haben da sagenhafte Cheeseburger für nur 54 SEK mit Pommes und einer Cola. Am Ende sind es dann 600SEK mehr für “Fahren ohne Gurt” (in ner 30er Zone - ich hatte ja Zeit..) geworden. Meine Kamera hatte ich auch nicht dabei. Einziger Trost: Ich wurde in einem T5 vernommen. Am Ende haben wir dann noch ein wenig über VW-Busse allgemein gequatscht 
Und auf dem Rückweg habe ich dann noch schnell meine gute Tat für heute vollbracht und nen Tramper ins Nachbarkaff mitgenommen. Der hatte gerade den Linienbus verpasst und der kommt nur alle zwei Stunden - lag ja auf dem Weg.
Fazit: YunkFood ist halt doch ungesund. Mahlzeit.
Dieses Wochenende stehen Kommunalwahlen in Piteå an. Zwar bin ich nur Einwanderer, doch darf ich hier ebenfalls schon mitwählen. Das ganze funktioniert eigentlich genau wie in Deutschland bis auf ein paar kleine Details. Da ist zum Beispiel erwähnenswert, dass man auch “Nichts” wählen kann. Dabei bleibt man aber nicht einfach zu hause, sondern wirft einen entsprechenden Wahlschein in die Urne. Damit wird signalisiert: Ich nehme mein Wahlrecht wahr, aber bin mit keiner der verfügbaren Parteien zufrieden. Eine Art stiller Protest, der sich trotzdem von den Nichtwählern abhebt. Im Moment bestimmen übrigens die Sozialdemokraten und es ist deren Schaffen, dass Einwanderer wie ich gratis Schwedisch lernen dürfen.
Heute war auf jeden Fall Informationstag zum Thema Parteien und Politik in unserer Schule. Entsprechend drehte sich heute alles im Unterricht um die Wahl - oder Schwedisch “Val”. Zwischendurch informierten wir uns an den Ständen der verschiedenen Parteien. Einige haben dabei sogar Flyer in dutzend anderen Sprachen und geben auch gerne auf Englisch Auskunft. Da alle Stände dicht zusammen stehen, werden wir auch Zeugen einiger hitziger Wortgefechte. Überall ertönt übrigens das selbe Lied: Geht wählen - egal was. Hauptsache ihr geht alle zur Wahlurne. Genau wie in Deutschland nehmen viele ihr Wahlrecht nicht wahr. Die Sozialdemokraten haben dazu einen netten Flyer entworfen:

Gehe am 17. September wählen und bringe einen Freund mit!
Ich war heute in Luleå einkaufen. Auf dem Rückweg habe ich einen kleinen Abstecher von der E4 gemacht und dabei rein zufällig diesen schönen T2 im erstaunlich guten Zustand gesehen. Die Zulassung ist 2005 ausgelaufen aber ich bin sicher, dass er auch heute noch fahren könnte. Auffällig sind die Schiebetüren auf beiden Seiten. Da es sich um einen geschlossenen Kasten mit gelber Farbe handelt, vermute ich ein ehemaliges Postauto. Auch interessant ist: Der Anschluss für das Motorvorwärmsystems befindet sich im rechten (Blech)Ohr. Eine zusätzliche Standheizung hat er wohl auch noch. Selbst das Radio war noch ein Original.

Träsk bedeutet Sumpf. Und Lång… nunja - dieser Teil des Landes besteht nur aus Sumpf und Wald. Zivilisation ballt sich in wenigen kleinen Städten und zwischen diesen findet sich eigentlich kaum etwas. Ab und an ein paar vereinzelte Höfe direkt an der Strasse und sonst Natur pur. Die Reichsstrasse wird fast nur von den Einheimischen, ein paar wenige Holztransporter und natürlich Touristen genutzt. Wie bereits früher erwähnt ist die Straße tückisch. Abgesehen von den allgegenwärtigen Rentieren und ab und an einem Elch muss man auch sonst die Augen stets offen halten.

Voller Steigungen, Gefällen und engen Kurven sowie Spurrillen und schlechtem Belag ist die Straße allerhöchstens für 90 km/h frei gegeben. Einige Teile der Strecke nur für 70 km/h. Hier oben werden nirgends unnötige Schilder aufgestellt - sieht man eines sollte man sich tunlichst an die Vorschrift halten. Ein Auge stets im Wald und eines auf der Straße ist sie trotz allem wunderschön zu befahren - zumindest im Sommer.

Geheimnisvolle Feldwege leiten zu Abstechern in die Natur ein. Brücken kreuzen Flüsse und Seen warten hinter jeder Wegbiegung und laden zum Schwimmen ein. Ab und an findet man auch ein kleines Hinweisschild: “Kaffe & Fika” was soviel wie Kaffee und Kuchen oder Teezeit bedeutet. Hier empfehlen sich kleine Zwischenstopps um später erholt weiter zu fahren.

Doch nicht nur Tiere und Natur finden sich an der Straße. Häufig findet sich ein verlassenes Haus zwischen den Büschen. Die Stadtflucht ist in einigen Teilen des Landes deutlich sichtbar und Grundstückspreise sind hier draußen unfassbar niedrig und die Nachbarn rar.

Für Stadtmenschen unvorstellbar: Wasser kommt hier aus dem Brunnen. Wenn auch elektrisch an die Oberfläche befördert lebt man hier sonst ziemlich abgeschnitten. Strom kommt “meistens” über die Überlandleitung zusammen mit dem Telefon. Doch da hört der Luxus auch schon auf. Geheizt wird mit dem hauseigenen Boiler und Feuerholz. Zum Einkaufen geht es auch gerne mal 70 Kilometer in die nächste Stadt. Klar, dass hier ohne Auto nichts geht und kein Wunder, dass jeder seine Nachbarn kennt und alle eng zusammen arbeiten.