Am Wochenende war ich in Arvidjaur. Dort habe ich nach Arbeit gesucht und Peter besucht. Unerwarteterweise habe ich sogar einen Job für die Wochenendtage gefunden. Zwar nichts dauerhaftes aber immerhin. Gewohnt habe ich in Peters Wohnwagen in der Zeit. Zufälligerweise hat Peter an dem Wochenende auch noch eine Party geschmissen und ich nicht rechtzeitig aufgehört. Und hier kommt die Wochenendbillanz von Freitag bis Montag:
[x] Hauswand lackieren: gelernt
[x] Nordlichter: geguggt
[x] Holz lasieren: gelernt
[x] Rentieren: ausgewichen
[x] Stahlstangen mit Flex schneiden: gelernt
[x] Seele nach versoffener Nacht: ausgekotzt
[x] Stahlstangen in Form biegen: gelernt
[x] Bus auf 140km/h: getreten
[x] Grube ausheben: gelernt
[x] Schule für Immigranten (SFI) rechtzeitig: gefunden
Möööh:

Ich mag Volleyball. Ich prüfe jeden Abend die lokalen Volleyballfelder und spiele, wenn möglich, ein wenig mit. Heute habe ich eine Gruppe sehr guter Spieler gefunden. Beim letzten Spiel wurde es dann rasch dunkel. Zu dunkel um weiter zu spielen. Das ist zwar nicht nett für die Umwelt aber das war es uns heute wert, da wir eine Menge Spaß bei dem Spiel hatten. Das Ergebnis sieht man auf den Bildern:

Nach einer knappen Woche barfuß[1] ist der örtliche (und einzige im der ganzen Kommune) Schuster mit meinen guten alten Bundeswehrstiefeln fertig. Was als 4-Tagejob angesetzt war artete in ungeahnte Arbeit aus. Er konnte nicht wissen, dass es sich um Deutsche Armeestiefel handelte. Die Dinger sind zäh und so hat er am Ende mit seiner letzten Ledernadel die Arbeit gerade noch fertig stellen können. Gemacht werden mussten die Sohlen vorne komplett und das Innenfutter an der Ferse mal wieder. Nun habe ich Winterbesohlung. Spikes quasi schon im Profil eingebaut. Sehr praktisch für den sicheren Stand auch auf Eis. Ihm bei der Arbeit zu zusehen eine wahre Freude. Antiquierte Werkzeuge, die aber durchaus ihren Zweck erfüllten, und Liebe zum Detail. Mit den Vertröstungen auf den nächsten Tag kann ich leben, da ich ihm selbst gesagt habe, dass er sich Zeit lassen soll. Gute Arbeit kostet eben Zeit. Gekostet hat der ganze Spaß nur 240 SEK (Vorkostenanschlag waren 200 SEK). Das sind umgerechnet 26 Euro. Dafür bekommt man in Deutschland mit Glück ein paar taugliche Schnürsenkel.
[1] Peter hat mir zwar netterweise ein Paar seiner alten Stiefel überlassen, doch drückten die überall noch. Inzwischen habe ich mich zwar auch an diese gewöhnt (oder andersherum), aber wir haben schließlich Sommer und barfuß macht mehr Spaß 